Whatever You Think, Think the Opposite

Egal, was Du denkst, denk das Gegenteil (Die Sommerlektüre von Paul Arden)

Was wäre denn der Gegenentwurf zu einer Idee?
Gute Frage, fiese Frage. Oder vielleicht fiese Frage?

Jedenfalls ist das die Frage bei uns in der Agentur so seit über 30 Jahren, wenn wir über Ideen und Konzepten brüten: Die Frage nach dem Gegenentwurf. Gegenentwurf hat ja nichts mit einer Unzufriedenheit zu tun, sondern sie schafft neue Perspektiven. Wechsel des Blickpunkts.

Hilft auf jeden Fall gegen "Reklame".

Den Begriff kennt ja auch fast keiner mehr. Wie alle Begriife, hat auch "Reklame" einen Sinnwechsel erfahren. In den 60ern und 70ern des letzten "Jahrtausends" war das noch positiv besetzt. Und Werbeagenturen hatten den Begriff noch im Namenszug. In den 80ern war "Reklame" schon eher negativ behaftet. Und ja, wir waren damals noch Jungspunde. Neudenglisch: Young Guns. Logisch, wir wollten weg von "Reklame". Wir entwickelten coole Stories und Awareness, Aided Recall, Recognition etc. waren (und sind noch heute bei uns in der Agentur) die Leitplanken für unsere Arbeiten in Sachen Werbung und Kommunikation.

Und mit diesen "Leitplanken" haben wir lange Hündchen, Kätzchen und zusammenhangloses Visuelles gemeinsam mit unseren Kollegen im Wettbewerb vermieden. Denn das Storytelling zu einem Produkt wird nur dann durch "Hündchen&Kätzchen" unterstützt, wenn dies zur Story beiträgt. Tut's aber oft nicht. - Vielleicht soll "Hündchen&Kätzchen" wirtschaftlich geltend gemacht werden? Nice try. - Nach 20 Jahren Internet - das aller selig machende Web "man-braucht-kein-Print-mehr" - hab ich das Gefühl, der ganze Printbereich, der eigentlich supergut das Storytelling aufbereitet und bespielen kann, wird von wenigen genutzt. Zumindest sinnig und sinnlich. Die Nüchternen machen den Klassiker "The product is the hero". Ist zwar erst mal nicht schlecht, aber zur Differenzierung im Wettbewerb oft nicht hilfreich, wenn alle "The product is the hero" machen. Zur Differenzierung braucht man schon gutes Storytelling. Und für gutes Storytelling ist der Wechsel des Blickpunkts unabdingbar. - "Hündchen&Kätzchen" (besser "zusammenhangloses Visuelles") in der B2B-Kommunikation findet man oft und wir Fragen uns "warum"?.
Warum gibt es Printkampagnen mit Motiven aus dem Sport, wenn man die Story daraus nicht entwickelt?

Das hat schon etwas von Dadaismus - Abbildungen wie Sportrennradfahrer, Kanute oder Hochspringer und dann eine Headline und eine Copy, die von der Darstellung soweit entfernt sind, wie die Südsee von der dunklen Seite des Mondes. Was sind das für Werbemaßnahmen? Und dabei werden Werbebudgets abgefackelt wie Stroh. Haben die Hochschulen zuviel Wert auf "Web-Cracks" gelegt und die Funktion von Kommunikationsmaßnahmen vernachlässigt? Sind wir deshalb wieder im Reklamereiche der Beliebigkeit?

(Und wenn wir schon bei dem Thema "Web-Cracks" und Web-Design sind, fragt sich geneigter genervter Werber und User: Was zur Hölle haben Design und Usability gemeinsam? Wird das nicht mehr gelehrt? - Wie sonst kommt es zur nicht vorhandenen Leser-/Nutzer-Führung auch im Online-Bereich?")

An alle, die sich ernsthaft über Werbung und Kommunikation austauschen wollen, hier der Link

calendly.com/thomas-krug-werbeagentur-traffic/